HAIlight Blick hinter die Kulissen: Heidelberger Ehemalige besichtigen Europas größtes 3D-gedrucktes Gebäude

Ein Gebäude aus Pappmaché – so mutet das frisch errichtete sogenannte „Wavehouse Campbell Heidelberg“ an, das seit einigen Monaten in einem Quartier in der Heidelberger Südstadt die Blicke auf sich zieht. 50 Alumnae und Alumni hatten nun die Möglichkeit, den einmaligen Bau im Rahmen der Veranstaltungsreihe „HAIlights“ von Heidelberg Alumni International kennenzulernen. Als Europas größtes 3D-gedrucktes Gebäude, das vollständig aus recyclebarem Material errichtet ist, stößt das Wavehouse auf starkes öffentliches Interesse.

Wavehouse Heidelberg
Wavehouse Heidelberg

Schon die äußere Form ist bemerkenswert: Geschwungene Linien, waagerecht geriffelt und kaum eine rechteckige Kante. Gerade einmal 170 Druckstunden waren nötig, um das Wavehouse fertigzustellen. Hierzu wurde ein spezielles Betongemisch Schicht um Schicht von einem überdimensionalen 3D-Drucker aufgetragen: wie aus einer riesigen Spritztülle. „Das verwendete Material ist besonders stabil“, erklärt Matthias Blatz den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Führung und streicht über die markante Struktur der Außenwand. „Normaler Beton würde aussanden, wenn Sie mit der Hand darüberfahren.“ Matthias Blatz ist Geschäftsführer von „Heidelberg iT Management“. Die Firma betreibt in dem Gebäude ein „Serverhotel“ und stellt Rechenkapazitäten für in Heidelberg ansässige Forschungsinstitute, medizinische Einrichtungen und Unternehmen aus der Biotech-Branche bereit.

Aufgrund des großen Interesses am Wavehouse hatte sich der IT-Manager gleich an zwei Terminen im März bereit erklärt, die Heidelberger Alumnae und Alumni durch das ansonsten nicht zugängliche Gebäude zu führen. Dabei wurde deutlich: Besonders ist nicht nur die Form des Baus, sondern auch seine Nachhaltigkeit. Sollte das Wavehouse abgerissen werden, kann das Baumaterial verflüssigt werden, um mit ihm ein neues Gebäude zu drucken. Der Baustoff ist somit zu 100 Prozent wiederverwertbar. Darüber hinaus hat der verwendete 3D-Druckbeton einen 55 Prozent geringeren CO2-Ausstoß als herkömmlicher Portlandzement. 

Die Führung durch das Wavehouse war Teil der Veranstaltungsreihe „HAIlights“, in deren Rahmen Alumnae und Alumni der Universität die Möglichkeit haben, gemeinsam hinter die Kulissen ihrer Universität zu schauen oder auch Spannendes aus Kultur und Stadtgeschichte zu entdecken. 

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