2. Förderberatung, Projektmanagement und EU-Forschungsförderung
Mit dem zunehmenden Wettbewerb um Drittmittel wird die Nutzung der vielfachen
Informationen über Ausschreibungen für die Wissenschaftler immer wichtiger. Die Universität
hat daher über ihr Forschungsdezernat damit begonnen, Informationsdienstleistungen
für Wissenschaftler auszubauen. Im Berichtszeitraum wurde hierzu:
– ein individuelles Rechercheangebot nach Fördermöglichkeiten eingeführt,
– die Broschüre „INFOR“ (Informationen zur Forschungsförderung) grundlegend überarbeitet
und neu strukturiert;
– der elektronische INFOR-Newsletter zur zeitnahen Informationsversorgung aller Wissenschaftler
eingeführt;
– ein zielgruppenspezifischer elektronischer Informationsdienst eingerichtet;
– mit der Planung und Umsetzung eines verbesserten Online-Informationsangebotes
begonnen, das voraussichtlich im SS 2003 zur Verfügung stehen wird.
Zudem steigen die Ansprüche der öffentlichen Mittelgeber an die inhaltliche und formale
Qualität von Forschungsanträgen. Die zeitliche Belastung der Wissenschaftler bei
der Antragstellung sowie insbesondere die Opportunitätskosten zur Aneignung spezifischer
Kenntnisse für die Antragstellung werden höher.
Dies gilt insbesondere für die Forschungsförderung durch die EU-Kommission, die
zukünftig für die Universität Heidelberg an Bedeutung gewinnen wird. Bislang ist der
Anteil der EU-Förderung am gesamten Drittmittelaufkommen der Universität vergleichsweise
niedrig. Jedoch ist der Anteil der EU-Förderung einschließlich der Medizinischen
Fakultäten im Vergleich zum Jahr 2001 bereits um 40 v.H. gewachsen. Insgesamt
entfallen im Jahr 2002 knapp 3,8 Mio. € und damit ein Anteil von 4,3 v.H. aller Drittmittel
auf die EU-Kommission. Ohne die Medizinischen Fakultäten liegt der Anteil der Universität
bei 5 v.H.
Das im vergangenen November mit einem Gesamtetat von 17,5 Mrd. € gestartete neue
sechste Forschungsrahmenprogramm (FP 6) der EU stellt die Universität vor neue Herausforderungen.
Das Ziel des Programms ist die stärkere Vernetzung und Integration der
europäischen Forschungsaktivitäten. Die neuen Förderinstrumente – „Integrierte Projekte“
und „Exzellenznetzwerke“ – erfordern die Zusammenführung und Koordinierung
einer großen Anzahl von Projektpartnern. Umso größer ist die Schwelle für einen Forschungsantrag
und insbesondere für die Übernahme einer Projektkoordination.
An der Universität wurde darum mit dem Aufbau einer „EU-Project Management Unit“
begonnen. Ziel ist eine umfassende Betreuung von Antragstellern beginnend mit der
Analyse der Arbeitsprogramme bis hin zur Übernahme zentraler Aufgaben in Projektkonsortien.
Bei der Projektdurchführung sollen dann auch Koordinierungs- und Projektmanagementaufgaben
übernommen werden, wie z. B. das Veranstaltungsmanagement,
die Aus- und Weiterbildung, die Öffentlichkeitsarbeit, die Verbreitung der Projektergebnisse
oder die finanzielle Abwicklung der Projekte.
Forschung am ZMBH
Im Berichtszeitraum wurden in diesem Zusammenhang bereits zahlreiche Aktivitäten
durchgeführt, u. a.:
– eine Informationsveranstaltung unter Beteiligung des Büros der Helmholtz-Gemeinschaft
in Brüssel, des BMBF und des DLR Projektträgers;
– zwei Diskussionsrunden zum FP 6 für potenzielle Koordinatoren und Projektpartner
der Universität Heidelberg;
– ein Abendempfang mit ca. 120 Teilnehmern in Zusammenarbeit mit den Regionen
Stuttgart und Lyon sowie ein Workshop zum Thema „Adulte Stammzellen“ (Koordination
Professor Ho, Poliklinik), beide im Rahmen der Auftaktveranstaltung der EUKommission
zum sechsten Rahmenprogramm am 11.-13. November 2002 in Brüssel;
– Workshop zum Thema „Autovaccine und Antibiotika-Resistenzen“ (Leitung Dr.
Nolte, Hygiene-Institut) auf einer Veranstaltung des MWK in Budapest;
– Präsentation des Interdisziplinären Zentrums für Wissenschaftliches Rechnen (IWR)
und seines polnischen Partnerinstitutes in der Landesvertretung in Brüssel und Organisation
von Gesprächsterminen mit EU Scientific Officers;
– regelmäßige Pressemitteilungen bei Cordis-Focus und Cordis-WIRE, den Informationsmedien
der Generalkommission Forschung der EU-Kommission;
– gezielte Beratungen und Beteiligungen bei der Antragstellung für die erste Ausschreibungsrunde
im neuen Rahmenprogramm;
– Einwerbung eines Drittmittelauftrags durch das Forschungsdezernat für eine Tätigkeit
als Project Technical Assistant (PTA) für die DG Forschung der EU-Kommission.